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Eine
allgemeine Betrachtung von Matsubayashi-Ryū Karate wäre ohne
die Betrachtung des Kobujutsu nicht komplett. Kobujutsu wurde
als Kunst der Selbstverteidigung während Perioden der
Geschichte Okinawas entwickelt, als der Satsuma Clan (aus
Japan) das Land unterjochte und Waffen verboten waren. Während
der Zeit des Konflikts lernten die Okinawaner (mit ihrem
typischem Scharfsinn) ohne Waffen, oder mit was auch immer sie
in die Hand bekamen zu kämpfen.
Mit
der Ausnahme von Sai, die ein Instrument zur Abwehr von
Schwertern sind, benutzten sie (in den Feudalzeiten) Dinge des
täglichen Gebrauchs: den Bō, Nunchaku, Tuifa (Tonfa) und
Kama. Das Kama, eine Handsichel, wird im allgemeinen heute noch
als landwirtschaftliches Werkzeug in Okinawa verwendet.
Diese
Waffen sind im Okinawanischem Karate aufgenommen worden und die
Kunst in Verbindung mit ihrer Anwendung wird nun als
ergänzendes Katatraining durch Schüler geübt, die die
grundlegenden Karate Kata genügend gemeistert haben um von
diesem Ergänzungstraining zu profitieren.

Bo
Bō
棒
(Kun;
auch Kon 棍)
Der
„Bō” ist ein Stab aus hartem Holz, ungefähr sechs Fuß
(182 cm) lang, ungefähr ein Zoll (2,5 – 3 cm) im
Durchmesser, und etwas zugespitzt an den Enden. Er wurde
ursprünglich verwendet um Lasten zu tragen, diente aber auch
als Waffe wenn die Situation es verlangte. Die Verwendung des
Bō in den Kampfkünsten entwickelte sich in zwei Varianten;
eine wird in einer Art Volkstanz bewahrt die bei lokalen
Festivals aufgeführt wird, während die andere als eine echte
Kampfkunst ausgeübt wird. In Okinawa bestehen mehr als 10
Varianten der Kunst des Bō, von der die meisten ziemlich
populär geworden sind.
Vier
Bo-Kata die häufig im Matsubayashi-ryu praktiziert werden
sind: "Shiromatsu No Kun", "Shirataro No Kun",
"Sakugawa No Kun" und "Shushi No Kun".

Sensei
Katherine Loukopoulos mit Nunchaku
Nunchaku
ヌ
ンチャク
Das
Nunchaku ist eine Waffe die aus zwei Hartholzstäben besteht
die mit einer Schnur oder einer Kette miteinander verbunden
sind. Die zentrifugale Kraft, die produziert wird, indem man
das Nunchaku schwingt, macht es zu einer sehr wirkungsvollen
Waffe. Es ist zwar weniger leistungsfähig wie der Bo, doch
aufgrund seiner kleinen Größe bequemer zu tragen, wegen der
Schwierigkeit der Handhabung ist es aber nicht immer eine
handliche Waffe. Geschickter Gebrauch verlangt eine
beträchtliche Menge Übung, und unzulängliche Praxis kann
selbst zugefügte Verletzung ergeben. Ein Routinier kann das
Nunchaku mit verbundenen Augen handhaben, so als ob es ein Teil
seines Köpers wäre.

Selbsthergestellte
Tuifa aus Ziricote
Tuifa
(Tonfa) トンファ一
Tuifa
bestehen aus einem Unterarmholz (ca. 40 – 50 cm lang) und
einem Griffstück aus Hartholz. Man kann diese Waffe defensiv
und offensiv nutzen, indem man sie schwingt, schlägt, oder
stößt.

Sai
Sai
釵
Das
Sai ist eine Eisenwaffe die früher von Beamten benutzt worden
ist, um Verbrecher festzunehmen und Menschenmassen zurück zu
halten. Es wurde erfunden um sich gegen Angriffe durch
Schwertern, Bo, Tuifa und Nunchaku zu verteidigen.
Eine
Sai-Kata die im Matsubayashi-ryu praktiziert wird heißt:
„Chomo Hanagusku No Sai”. „Hanagusku” ist die
okinawanische Aussprache von „Hanashiro”. Chomo Hanashiro
unterrichtete Shinei Kyan, einer der Gründungsmitglieder des
Nagamine Dojo. Die Kata wird auch „Kyan No Sai” genannt.
Kyan Sensei entwickelte die Kata: „Sai Dai Ichi”, die
häufig von kleinen Gruppen bei Demonstrationen vorgeführt
wird.
Quellen:
Osensei
Shoshin Nagamine: The Essence of Okinawan Karate-Do. Charles
E. Tuttle, Tokyo 1998.
Katherine
Loukopoulos
Andreas
Quast - Düsseldorf
www.matsubayashi-ryu.com
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